Ich habe es wieder getan. Und das, obwohl ich geschworen habe, vorerst kein Rennen mehr über 200km zu laufen, wenigstens in den nächsten ein bis zwei Jahren. Aber als ich mich letztes Jahr nach dem Spartathlon dazu entschloss, weil dieses Rennen noch auf meiner Liste stand und weil ich Christian Dürregger wieder treffen wollte mit dem ich beim Marathon des Sables 2025 zusammengetroffen bin, so sollte es geschehen...
Nach erfolgreichem Finish beim Spartathlon 2025 und der Qualifizierung für den Comrades 2026 beim Frankfurt Marathon, lasse ich die Zügel im Training etwas locker. Ausgleichssport, aber dennoch vier Laufeinheiten pro Woche um die Routine beizubehalten. Als Leistungsläufer habe ich noch lange nicht vor aufzuhören. Eigentlich plante ich vorerst keine Distanzen mehr über 200km zu laufen. Eigentlich...
Ob man nun vier Wochen nach einem Spartathlon mit 246km wirklich einen Marathon braucht? Nicht wirklich. Fakt ist aber, ich habe dieses Jahr noch keinen in der geforderten Zeitspanne ab Mai 2025 - Mai 2026 absolviert und da bot sich Frankfurt, was meine Heimatstadt ist, einfach an. Relativ niedrige Kosten, keine Anfahrt, aber welches Ergebnis kann ich erzielen???
Ein lang ersehnter Traum geht endlich in Erfüllung! Ich habe den Zenit des Ultralaufens erreicht und endlich den Spartathlon finishen dürfen. Demütig, dankbar und froh blicke ich auf diesen Moment zurück mein Leben Lang.
Wenn Hitzewarnungen wie diese hier ausgesprochen werden, jeder am Jammern ist und sich verkriecht, dann ist es für einen Harry Lange zeit, raus zu gehen! Genau dann ist der Zeitpunkt da, sich auf extreme Herausforderungen wie den Spartathlon, den Marathon des Sables und Ähnlichem vorzubereiten....
Mal eben 100 Meilen laufen, weil man das ja schon öfters getan hat und ja weiß wie das geht, ist nicht selbstverständlich. Es ist jedes mal auf's Neue harte Arbeit.
Wenn man das Gefühl hat das nichts mehr geht, die Zeit unendlich und das Ziel nicht mehr erreichbar erscheint, musst du weiter machen! Warum? Weil sich das Blatt immer wenden kann und weil ich den Abschlussgong noch nicht gehört habe! Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist!
Wieder wurde ein lang ersehnter Traum von mir Wirklichkeit. Ich wollte schon immer mal auf der Chinesischen Mauer sein und dieses beeindruckendste Bauwerk der menschlichen Geschichte live erleben. Als ich von diesem Event erfahren habe, einen Marathon auf der Mauer zu laufen, habe ich mich dafür natürlich sofort angemeldet. Das ich allerdings als vierter Deutscher und 24. Gesamtplatz trotz meiner starken Sehbehinderung erreichen würde, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können...
Kurz gesagt ein sportlicher Erfolg aber eine menschliche Enttäuschung. Ich bin froh als fast blinder Athlet hier alleine angekommen zu sein. Neben den üblichen schweren Bedingungen kamen meine behinderungsbedingten Probleme noch hinzu.
Diese wunderschöne, alljährliche Familienveranstaltung in Rodgau Dudenhofen ist immer eine Reise wert. Familienveranstaltung deshalb, weil alles was so Rang und Namen in der Ultraszene hat, sich hier trifft. Man testet seine Form für die neue Saison, unterhält sich über nächste Starts, freut sich das main sich wieder sieht und es ist alles in allem ein nettes Beisammensein...