Herzlich Willkommen!!!

 

Ich bin ein fast blinder Ultraläufer der vor keinem Event Halt macht. Egal ob Wüste, Berg, Hindernisrennen, Marathons, Etappenrennen oder 24h-Läufe.

Hindernisse und Herausforderungen sind dazu da, um sie zu meistern!

 

Mein Motto:

Ob behindert oder nicht, wenn Du ein Ziel erreichen willst, 

bleib Dir stets treu, glaube an Dich und die Sache und vor allem:

Gebe niemals auf!!!


Harald Lange bei FatBoysRun, dem Laufpodcast im Internet - Episode 98

 

Wie es sich so mit einer Sehbehinderung läuft und was ich alles erreicht habe, erzähle ich im Podcast.


Unterstützen Sie meine Projekte!!!!

 

Alleine geht es einfach nicht. Ohne Sponsoren und Zuwendungen ist ein unbekannter Athlet wie ich, auch wenn er noch so gut ist, nicht in der Lage, die hier besagten Ziele zu stemmen. Es spielt dabei keine Rolle ob es sich um Geldspenden oder Equipment handelt, weil jede Unterstützung zählt! Sie können mich bei Fragen gern kontaktieren.

 

 

Ich unterstütze Sie bei Trainingsfragen und biete Ihnen gern einen Motivations- oder Erlebnisvortrag in Ihrer Firma, Ihrem Verein, oder privat an. Erlebnisvorträge z.B. zum Deutschlandlauf oder dem legendären Marathon des Sables durch die Sahara!

 

Wie fühlt es sich an, wenn man 246km ohne Pause über 30h lang alleine unterwegs von Athen nach Sparta läuft? Was denkt und erlebt man da? Können Sie sich vorstellen 60km kämpfen zu müssen, bis Sie endlich eine warme Jacke bekommen und wohl wissend, dass anschließend noch über 80km vor Ihnen liegen? 


Können "Ja", wollen "Ja", müssen "NEIN!"

Dass nichts im Leben selbstverständlich ist wird einem immer erst dann bewusst, wenn es nicht mehr funktioniert. Selbst das man morgens aufstehen kann, ist nicht selbstverständlich.

 

So machte ich mich nun auf nach Athen um meinen Traum, den Spartathlon finishen zu können, endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Dieses Rennen ist so enorm lang und groß, dass man einfach nicht im Vorfeld abschätzen kann ob und wie man durchkommt. Am Renntag muss alles stimmen. Man muss körperlich und mental bei der Sache sein und auf die Probleme die im Rennen kommen die richtigen Antworten wissen. Und Probleme werden kommen, soviel ist sicher. Egal ob man vorn oder als letzter läuft. Das Rennen hatte gut für mich begonnen. Ich fand mein Tempo und es wurde zunehmend wärmer. Meine Wasser- und Salzversorgung war viel besser geplant als 2019 und ich habe aus meinen damaligen Fehlern gelernt. Dennoch überraschte mich nach ca. 45km, dass meine beiden Oberschenkel schmerzten und nicht mehr richtig mitarbeiten wollten. Muskuläre Probleme sind mir bis dato absolut unbekannt! Ich kenne Krämpfe und Kreislaufprobleme aber ein Versagen meiner Muskeln ist mir neu. Ich musste also versuchen langsam weiter zu laufen und bewege mich dabei schon ab Marathon gefährlich nah am Cut Off. 80km sollte ich eigentlich in 8h40min erreicht haben, das Cut Off liegt bei 9h30min und angekommen bin ich bei 9h20min!

 

Wenn ich jetzt bis 100km nicht schneller laufen kann, wird es eng. Ich hoffte auf die Nacht und darauf, dass sich mein Körper damit erholen würde. Ich habe schon immer ein Problem mit der Hitze gehabt. Obwohl ich Saunagänger bin, kann ich bei Hitze einfach nicht schnell und auch nicht gut laufen. Wenn ich längere Distanzen wie 24h, 100 Meilen oder eben den Spartathlon laufe, sehne ich die Nacht herbei und hoffe hier dann Zeit gut machen zu können. Das Problem dabei ist, dass mein Körper auf genau zwei Arten reagiert: Entweder er erholt sich und ich kann weiterlaufen oder er erholt sich nicht und ich bekomme massive Kreislaufprobleme. Diese kann ich evtl. sogar in den Griff kriegen, brauche dafür aber Zeit. Und Zeit war genau das, was ich heute und hier nicht mehr hatte. Ich schleppte mich weiter bis km 140 und dabei bewegte sich mein Tempo auf 8:20min/km, also deutlich zu langsam. Das Langsamste Tempo das ich an den Tag legte war 10:20min/km. Somit schwand mein eh schon geringer Cut Off immer weiter und damit auch die Chance, jemals in der geforderten Zeit das Ziel zu erreichen. Als ich mich bei km 140 ausruhen wollte wurde ich dazu aufgefordert weiter zu laufen, da mir noch genau 3min bis zum Cut Off blieben. 

 

Ich bin definitiv kein Weichei. Ich weiß was ich kann, wer ich bin und was ich will. Aber ich bin auch kein Idiot und ein Realist und kann meine Situationen in denen ich mich befinde meist sehr gut einschätzen. Man sagt, dass man niemals das Rennen aufgibt bevor einen die Griechen nicht aus dem Rennen nehmen. Wenn ich bei 221km mit 4h Zeit auf den Cut Off zügig spazieren gehe, dann mag ich eine reelle Chance auf das Ziel haben, auch wenn ich nicht mehr zügig laufen kann. Wenn ich aber bei 140km mit 3min auf den Cut Off nicht in der Lage bin schneller zu laufen und mir in 10km ein Aufstieg durchs Gelände über 1000 Höhenmeter bevor steht, ist es eine Frage der Zeit, bis mich der Cut Off einholt. Ob das nun bei 150km oder bei 170km ist, ist dabei völlig egal. Fakt ist, ich kann das Rennen nicht beenden! Dazu hätte ich schneller laufen müssen und im Nachhinein bilde ich mir sogar ein, ich hätte das gekonnt. Natürlich hätte ich es nicht gekonnt. Wer mich kennt weiß eines sicher: Wenn ich schneller hätte laufen können, dann hätte ich das auch getan. Wir reden hier über das wichtigste Rennen in meiner Karriere, wofür ich bereit war und bin alles zu tun. Das wirft man nicht einfach hin, weil man nicht mehr weiter laufen will. Zugegeben: Es gibt diese verrückten Gedanken, wenn du alleine auf einer Schnellstraße über 24h lang läufst und dir dabei denkst "Kann mich nicht bitte jemand einfach nur mit dem Seitenspiegel streifen das ich mich schreiend zu Boden werfen kann und leider aufhören muss, weil man mich angefahren hat? Dann hätte ich einen plausiblen Grund um aufzuhören und müsste nicht nach Ausreden suchen jetzt nicht mehr laufen zu müssen, weil ich nicht mehr laufen will." Frei nach dem Motto, wenn ich angefahren bin, muss ich wenigstens nicht mehr laufen. Trotzdem läufst du aber weiter! Ich gebe niemals auf, nur wenn ich gesundheitlich dazu, wie leider auch hier, gezwungen bin. Ich versuchte über 6h das Problem mit meinen Oberschenkeln zu beheben und es gelang mir einfach nicht. Somit musste ich das Vorhaben schweren Herzens aufgeben. Hätte ich noch 30min bis zum Cut Off gehabt, hätte ich es sicher riskieren können und sogar müssen! Diese Zeit ist dann spätestens über den Bergpass hinüber aber bis dahin wäre eine Erholung evtl. möglich gewesen und wäre ich dann wieder schneller gelaufen, wäre das Rennen für mich weitergelaufen. 

 

Die Niederlage schmerzt enorm und ich bin heute noch fassungslos. Ich verstehe nicht was und warum dort passiert ist. Nach 45km im Rennen wurde ich fast angefahren, in der Nacht von einem herumlaufenden Hund attackiert und all das überstand ich. Ich hatte keine Krämpfe, kein übertriebenes Durstgefühl, keinen Durchfall, kein Erbrechen. Dennoch machten meine Oberschenkel zu und ließen mich nicht mehr anständig laufen. Ich bin verzweifelt, drauf und dran alles hin zu werfen und natürlich stellt sich mir auch die Frage warum das hier und wozu? Es gibt so viele schöne Rennen auf dieser Welt und der Spartathlon ist alles andere als schön, wenn man die Strecke betrachtet. Man läuft meistens auf der Straße oder in der Pampa, durch vermüllte Raffinerien wo es stinkt nach Tierkadavern und Öl, Müll, es ist heiß, laut, nicht ungefährlich wegen der herumlaufenden Hunde und der Schnellstraßen mit LKWs und Autos. Das einzig reizvolle an der Strecke ist der geschichtliche Hintergrund und dieses unmenschliche Zeitsoll. 246km zu laufen ist schon enorm und sicherlich auch etwas krank aber das in unter 36h mit über 1000 Höhenmetern bei meist 30 Grad und mehr ohne Schatten in praller Sonne und durch die Nacht zu tun, ist nochmal eine ganz andere und besondere Herausforderung. Reizvoll ist auch, dass man über eine Woche mit Athleten aus aller Welt zusammen ist und auf der Strecke das ein oder andere interessante Gespräch führen kann, was man auf anderen Ultras allerdings auch kann. Meist ist man beim Spartathlon mitten in der Nacht mit sich selbst und dem was so herum kreucht und fleucht alleine. Das hat auch was und ich genieße diesen Streckenabschnitt sogar und sag mir immer "Das ist auch dein Urlaub, nicht nur ein Rennen. Vollmond, Grillen zirpen, keine Handys, keine nervigen Kollegen, absolute Ruhe, nur du und die Natur. Die sternenklare Nacht und viel Zeit um sich über sich selbst und vieles klar zu werden - nachzudenken, in sich zu ruhen, sich am Leben fühlen und dankbar dafür zu sein, dass dem so ist."

 

Was aber mache ich jetzt? Entweder akzeptiere ich, dass ich in diesem Rennen meinen Meister gefunden habe und es nie beenden werde und mache etwas anderes, oder ich akzeptiere das nicht und versuche es weiter, das Rennen eines Tages zu beenden. Es ist einfach DIE Bestätigung aller Ultraläufer hier einmal zu finishen. Tatsache ist allerdings, dass es dafür nie eine Garantie gibt. Du kannst noch so gut vorbereitet sein und noch so sehr ankommen wollen. Auf deinem Weg nach Sparta kann dir so viel Unvorhergesehenes passieren, was dein Vorhaben scheitern lässt und du läufst immer auf Messers Schneide. Es ist immer ein Risiko hier zu bestehen. Egal wie erfahren du bist, egal wie oft du schon angekommen bist oder auch nicht. Jedes Mal wenn du an der Startlinie dieses großen Events stehst, muss für dich an diesem Tag einfach alles stimmen. Ohne Probleme kommt hier niemand durch. Der Spartathlon stellt dir permanent Fragen und wenn du die Antworten darauf nicht kennst, ist es vorbei. 

 

Neutral betrachtet und ohne philosophisch zu werden: Ich startete jetzt dreimal beim Spartathlon und habe ihn dreimal nicht geschafft. Bin ich dafür zu blöd? Kann ich es nicht? NATÜRLICH KANN ICH ES!!! Beim ersten Mal hat mich das Wetter unvorbereitet überrascht, weil dieses Wetter von 2018 dort unnormal ist. Eine Jacke mehr, entsprechend Nahrung ab 220km oder keine anatomischen Probleme um besser laufen zu können, hätten mich mein Ziel längst erreichen lassen. Zudem das kalte Wetter eher meins ist als die Hitze. Wir haben auf diesem Rennen aber nunmal in der Regel mit Hitze und nicht mit Kälte zu tun. Beim 2. Mal habe ich die Hitze unterschätzt. Ich lag am Vortag eine Stunde in der Sonne, trank verkehrt und zu wenig, führte nicht genügend Salz zu und die Folge - ich erlag schrecklichen Krämpfen und konnte mich nicht mehr rühren. Der Kreislauf brach aufgrund der enormen Schmerzen fast zusammen. Bis ich die Krämpfe beseitigt hatte und die Antwort darauf, also mehr Salz und Flüssigkeit zu mir nehmen erkannte, war meine Zeit abgelaufen und ich wurde aus dem Rennen genommen.

 

Tja und jetzt beim dritten Mal? Da habe ich zwei Theorien. Entweder hatte ich einfach mal Pech und meine Muskeln hätten mich auch daheim bei einem normalen Training auf 40km in der Hitze im Stich gelassen, oder ich ging die Sache zu verkrampft an. Ich wollte das Finish so sehr das ich mich nicht nur darauf fokussierte. Nein, ich erdrückte mich damit. Ich war so auf das Ankommen müssen fixiert, dass ich innerlich völlig verkrampfte und mir mein Körper nicht mehr so gehorchte wie ich es von ihm gewohnt bin. Ich trank richtig, nahm Salz und Mineralien zu mir, es ging mir eigentlich bis auf die Oberschenkel gut. Mental aber hatte ich Angst zu versagen, Angst vor dem was noch kommt und weil mein Kreislauf anfing zu spinnen, bekam ich noch Angst vorm Kollabieren. So taumelte ich bei km 140 in die Verpflegungsstelle und jedes Mal wenn ich stehen blieb wurde mir schwindlig. Mit diesem Schwindel und kaum vorwärts kommend weiterlaufen zu wollen wäre dumm und grob fahrlässig gewesen. Ich musste ins steile Gelände und war mittlerweile Letzter im Rennen und bis man mich da zusammengebrochen gefunden hätte, währe es unter Umständen zu spät gewesen. Dieses Risiko konnte ich nicht eingehen. Hätte ich mehr darauf gesetzt ankommen zu wollen, wohl wissend das ich das Zeug dazu habe und mir einfach gesagt das ein Ankommen keine Garantie ist und ich mal schaue wie weit ich komme, natürlich mit dem Ziel das Ganze zu beenden, währe der Druck weg es unbedingt schaffen zu müssen. Durch diesen enormen Druck blockierte ich mich selbst so sehr, dass ich gehemmt war. Wie einem Kugelstoßer dem der Arm versagt. 

 

Ich will das Finish nicht um jeden Preis aber ich weiß das ich dafür geschaffen bin und das ich es schaffen kann. Aus jeder Niederlage geht man gestärkt hervor, weil man aus den gemachten Fehlern lernt. Es wird immer andere Probleme im Verlauf des Rennens geben. Die Frage ist nur ob man in dem Moment in der Lage ist, dieser Probleme Herr zu werden. Viele schlaue Tipps bekam ich von außen das Ganze sacken zu lassen, in ein paar Jahren nochmal anzugreifen usw. Ich für meinen Teil sag mir allerdings - worauf warten? Wenn mein Ziel ist hier zu finishen dann sollte ich das Eisen schmieden solange es noch heiß ist. Ich muss aber meine Einstellung dazu anpassen und zwar dahingehend, dass ich beim 4. Start nicht sehe, dass ich bereits dreimal versagt habe. Mein Plan sieht so aus, dass ich mich in vier Wochen beim 24h Rennen in Brugg in der Schweiz mit 180km erneut für einen Startplatz qualifizieren möchte und sollte mir dies gelingen, werde ich das restliche Jahr 2021 ruhig ausklingen lassen. Ich will meine Verletzungen ausheilen lassen, mal was anderes tun und denken und im Jahr 2022 mit neuem Mut, neuer Kraft und mentaler Stärke wieder ins Training einsteigen mit dem Ziel Sparta 2022 klar vor Augen. Allerdings will ich diesmal mit dem Gedanken am Start stehen, zwar das Finish erreichen zu wollen aber wohl wissend das es nicht selbstverständlich ist. Ich weiß wer ich bin, ich weiß was ich kann, ich weiß was ich will aber ich weiß auch das es nicht selbstverständlich ist. Und dann schauen wir mal wie weit ich diesmal komme. Was vorbei ist, ist vorbei und nicht mehr zu ändern. Ein gewisser Druck ist gut aber zu viel Druck schadet und blockiert. 

 

Ich möchte auch nicht missen hier klar Stellung dazu zu beziehen, dass es mir seit der COVID19 Impfung nicht mehr so geht wie vorher. Egal was man jetzt von mir denkt oder entgegen der Meinung der Meisten, dass ich mir das ja nur einbilden würde. Ich kann Ihnen sagen das meine Leistungsbereitschaft seit der Impfung leider abgenommen hat. Ich habe das bereits im Training gemerkt. Ich kann zwar laufen und Leistung bringen aber ich bin nicht mehr so schnell wie vor der Impfung und meine Muskeln fühlen sich teilweise wirklich träge an. Es muss ja das eine nichts mit dem anderen zu tun haben aber vor der Impfung hatte ich diese Probleme nicht. Ich hoffe ja darauf meine alte Form wieder zu erreichen aber irgendwas hat sich in meinem Körper danach verändert. Ich freue mich dennoch das ich starten durfte, wieder mal ein halbwegs normales Event erleben konnte und ich will auch die Impfung nicht bereuen, weil ich es nicht mehr ändern kann. Hätte ich drauf verzichten können, währe ich heute noch ungeimpft aber - man zwingt uns ja mehr oder minder dazu. So oder so lasse ich mich nicht unterkriegen. Ich hole mir die Quali, bewerbe mich um einen weiteren Startplatz und versuche mich mental soweit in den Griff zu bekommen, dass ich mein Ziel erreiche. Denn körperlich bin ich dazu in der Lage. Das habe ich bereits 2018 mit 221 gelaufenen Kilometern unter Beweis gestellt. Und auch die 140km hier sind nicht mal eben gelaufen. Auch das erfordert hartes Training und Disziplin. Sagen Sie mal Ihrem Arzt was ich mir zu dem Zeitpunkt gesagt habe "Mein Gott es sind doch nur noch 100km die hast du doch im Griff!" Die meisten haben ein Problem damit mal zwei Stockwerke ohne Fahrstuhl zu laufen oder 5km zu gehen. Unsereins wundert sich warum man bei 140km Probleme bekommt weil man es als Selbstverständlich ansieht, was es aber nun mal nicht ist. Der Mensch ist für´s lange Laufen geboren und bis Marathon ist das ok. Darüber hinaus kann ich das für meinen Teil bis ca. 100km kalkulieren und es ist nicht mehr wirklich gesund aber darüber hinaus ist es nicht mehr kalkulierbar und es ist alles möglich. Die Angst davor einfach umzukippen ist, wie soll ich sagen, dahingehend unbegründet, weil einem das überall und selbst daheim auf dem Sofa passieren kann. Zumindest wenn man als gesunder Läufer diese Distanzen angeht. Ich gebe zu, es ist nicht immer alles Spaß und toll und nicht jedes Märchen geht gut aus. Ich kann Ihnen sagen, ich hatte Angst vor diesem Rennen und im Rennen selbst und das ist nicht gut. Respekt muss man haben, Angst aber nicht. Wenn man sich selbst blockiert kann man noch so gut vorbereitet sein, klappt es nicht. 

 

Also machen wir weiter, denn was soll man auch sonst dun? In Frage stellen kann man bekanntlich alles: Warum laufe ich, warum lebe ich, warum bin ich hier? Zeitverschwendung. Ich gehe am 23. Oktober nach Brugg und laufe dort in 24h entweder 180km für die Quali, mehr als 180km oder verdammt nochmal auf´s Podium. Wenn nicht werde ich einsehen, dass ich meinem Körper eine Pause gönnen sollte um Kraft für derartige Schweinereien sammeln zu können. Ich hätte mir einen schöneren Bericht gewünscht und die Niederlage schmerzt wirklich hart. Sie zerstört mich aber nicht. Ich habe Charakter!

 

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Follow me at the footsteps of Pheidippides

Am 24.09.2021 ist der Tag der Tage, da ist es wieder soweit! Ich ergebe mich zum dritten Mal der verdammt großen Herausforderung den Spartathlon zu schaffen. Wenn Ihr unten auf das Bild klickt, kommt Ihr direkt auf die Webseite des Veranstalters und könnt mich ab dem Start des Rennens, also ab dem 24.09.2021 ab 07:00 Uhr, live verfolgen!

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100km Trainingslauf autark von Frankfurt nach Worms

Der Spartathlon 2021 rückt langsam näher und es wird Zeit, mehr als nur Unterdistanz Läufe wie Marathons zu trainieren. Aufgrund der immer noch herrschenden Corona Pandemie ist es jedoch schwer bis unmöglich, entsprechende Testrennen wie 24h Läufe, 100 Meiler oder Ähnliches zu laufen. Besondere Zeiten erfordern eben besondere Ideen. So habe ich überlegt ein 24h Rennen so zu planen, dass ich mehrfach über den Feldberg laufe und beim Europakreisel in Bad Homburg an der Tankstelle immer wieder Nahrung und Getränke aufnehme. Man könnte sich auch eine Route suchen wo man 24h von A nach B läuft und sich überall da verpflegt wo es geht also Tankstellen, Supermärkte, Nachttankstellen usw. 6 Wochen vorm Spartathlon ist der 100 Meilen Mauerweglauf in Berlin geplant, auch eine Möglichkeit, noch einmal vor den 246km ein langes Läufchen zu machen. 

 

So plante ich mit meiner lieben Freundin Christiane eine ganz andere Schweinerei: Wir planten einen 100km Trainingslauf, auf dem sie mich mit dem Fahrrad begleiten sollte. Sie würde so unsere Versorgung sicherstellen und ich könnte autark ohne Verpflegungspunkte direkt nach Worms laufen, wobei autark hier nur bedingt richtig ist. Autark würde heißen, ich laufe komplett ohne Begleitung und muss alles was ich für die Strecke brauche selbst besorgen oder tragen. Bei meinem 50km Testläufen mache ich das so und schleppe alles im Rucksack mit. Bei 100km und unter Umständen um die 30 Grad herum wird das schwer, denn man braucht enorm viel Flüssigkeit. Die Sache hat weiter den Vorteil, dass ich nicht am Start eines Rennens stehe. Ich kann einfach einen Wettkampf nicht locker laufen! Wenn ich am Start stehe gebe ich alles und zwar bei jedem Rennen. Wenn ich entspannt laufen will, mache ich einen Trainingslauf alleine oder mit Freunden, aber bestimmt kein Rennen. 6 Wochen vor Sparta muss ich außerdem keine 100 Meilen laufen - kann man tun, muss man aber nicht. 

 

Also starteten wir am 24. Juli 2021 um 07:00 Uhr morgens, also zur selben Uhrzeit wie im September in Athen, den 100km Trainingslauf von Frankfurt nach Worms. Dort werden wir zwei Nächte bleiben, die legendären Flammkuchen vertilgen und etwas Wellness im Hotel genießen. Etwas getrübt war unser Vorhaben durch einen leichten Muskelfaserriss an meinem rechten Oberschenkelbiceps und der immer noch leicht entzündeten Plantarsehne. Aufgrund der enormen Trainingsbelastung wird wohl zumindest die Plantarsehne nicht bis zum Spartathlon abheilen aber der Muskelfaserriss kann mein gesamten Vorhaben zum Scheitern bringen. Diese Verletzung zog ich mir bei einem langen Trainingslauf zu. Sie kam plötzlich und unerwartet bei 12km einfach so. Diese 100km zu schaffen war allerdings enorm wichtig. Ein Abbruch hätte mir mental nicht gut getan und Zweifel in Sparta zu bestehen wären stärker geworden. Respekt muss man vor den 246km in Sparta definitiv immer haben, aber keine Angst. 

 

Durch die Verletzung musste ich das Tempo reduzieren und ich spürte den Muskel von Beginn an. Ab 60km merkte ich auch andere Probleme, weshalb der Muskelfaserriss etwas in den Hintergrund rückte. Keine Sprints, keine ruckartigen Bewegungen, locker durchlaufen und vor allem durchhalten. Mental konnte nichts Schlimmeres passieren als abbrechen zu müssen. Ich hatte dieses Jahr noch keine lange Distanz und das längste was ich seit Mai 2020 gelaufen bin war der 74km Rennsteiglauf virtuell und die ein oder andere 40km Distanz. Das Wetter war durchwachsen und teilweise wurde es richtig heiß. Ich benötigte 4L Cola, 3L Wasser, 1L Red Bull, 500ml Gatorade, 1L alkoholfreies Bier, Salztabletten und 3 Landjäger. Ich kann bei der Hitze einfach nicht wirklich essen und halte mich wirklich mit Salz, Getränken und minimaler Nahrung wie eben ein paar Landjägern auf den Beinen. Laufe ich in die Nacht rein kommt irgendwann der Hunger und beim 100km Lauf, der ja nicht so lange geht, esse ich im Anschluss. So brauchten wir mit Verletzung und Eigenverpflegung 11:40h nach Worms und mussten keine Versorgung nachkaufen. Christiane musste sich ja auch versorgen und so hatten wir ca. 50kg Gepäck auf dem Rad. Ich bin froh das ihr das Hinterrad nicht geplatzt ist denn das Rad war wirklich schwer hinten mit den zwei Packtaschen. Viele Bilder gibt es nicht, da wir uns auf das Wesentliche beschränkt haben. Nonstop in Bewegung und halten nur zum Klogang irgendwo im Nirgendwo am Wegrand. 

 

Schön war auch, dass wir irgendwann am Rhein entlang fernab jeder Ortschaft unterwegs waren, wo man keine Läufer mehr traf. Dort waren lediglich Radfahrer und viele von ihnen begrüßten mich mit den Worten wie "Respekt" oder "tolle Leistung, weiter so". Ich fragte mich zunächst wieso. Aber als mir auffiel das ich der einzige Läufer hier auf dem Weg war und Christiane voll bepackt neben mir nicht ganz unauffällig war, wurde mir klar wieso und das war motivierend. 

 

Der Testlauf war ein voller Erfolg und die Zeit ist akzeptabel in Anbetracht der Schwierigkeiten mit dem Muskel. Dieser muss bis Sparta verheilt sein weil ein solches Vorhaben verletzt in unter 36h einfach nicht machbar ist. Da aber die 100km geklappt haben bin ich guter Dinge das es klappt. 

 

Und dann nach getaner Arbeit ein Bild des Genusses! Schockierend für den Lokalbesitzer war mit anzusehen das es da jemanden gibt, der auch 2 dieser Flammkuchen essen kann ohne Looser-Folie zu bestellen. Ohne Mampf kein Kampf! Ein Maß Bier dazu und die Welt war in Ordnung. Wenn ihr mal nach Worms kommt, probiert unbedingt diese Flammkuchen in der Wein und Bierschenke (unter diesem Namen kennen sie Insider immer noch) oder eben das Flammkuchenhaus. 

 

100km laufen um die Welt besten Flammkuchen in der Wein und Bierschenke in Worms genießen zu dürfen!!!
100km laufen um die Welt besten Flammkuchen in der Wein und Bierschenke in Worms genießen zu dürfen!!!
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Zu sich stehen, Zwänge, schwere Entscheidungen und das Ziel vor Augen - wie geht man damit um?

Euer Harry ist einer der Leistungssportler die keinen Namen haben und deren Meinung daher in der Öffentlichkeit wenig bis gar nichts gilt. Dennoch möchte ich meinen Fans hier immer aktuelle Updates über mein Tun und Handeln bieten und ihnen auch zeigen das ich immer noch da bin und dran bleibe. Ich möchte Menschen mit meinen Worten motivieren. Ich bin ein bodenständiger und zufriedener Mensch und brauche nicht viel um glücklich zu sein. Ich lebe mit der Natur, respektiere meine Umwelt, die Tiere, Pflanzen und Menschen und bin glücklich mit dem was ich habe. 

 

Seit vielen Jahren versuche ich nun schon den Spartathlon zu schaffen und einen Startplatz dort zu bekommen. Was musste ich dafür nicht schon alles in Kauf nehmen an Geld, Schmerzen, blöden Sprüchen, Zeit, Nerven, Arbeit, Qualifikationen, Zittern um die Erlaubnis starten zu dürfen und all das habe ich gern und hoffnungsvoll ertragen um es doch einmal zu schaffen. Und dieses Jahr ist es wieder so weit! Harry Lange darf zum Spartathlon 2021, vorausgesetzt der findet aufgrund der Pandemie statt. Was im Januar noch unglaublich erschien, ist jetzt Realität! Der Startplatz ist mir sicher. Nun so knapp vor meinem Ziel will man mich mit der Impfung ausbremsen. 

 

Dazu sei gesagt, dass ich gern akzeptiere wenn sich jemand aus Überzeugung impfen lässt und dahinter steht. Ich selbst möchte aber eben NICHT geimpft werden und stehe nicht dahinter. Offiziell gibt es keinen Impfzwang aber inoffiziell werden wir alle dazu gezwungen. Ich stehe nun vor der schwerwiegenden Entscheidung ob ich starten will oder mich nicht impfen lasse und nicht starten werde. All die Arbeit, all der Einsatz, alles umsonst nur weil ich mich nicht impfen lassen will? Ich bin nicht überzeugt davon und ich bin nicht einer der mit der Masse immer gleich "Hier" schreit. Ich möchte die Freiheit behalten dürfen selbst zu entscheiden was ich meinem Körper antue und was nicht. Und dieses Recht nimmt man mir leider gerade weg. Hätte ich einen Namen und würde vorn unter den Top 3 laufen, würde man mir vermutlich die Füße küssen und mich auch ungeimpft starten lassen, mir die dann benötigten PCR-Tests noch ins Hotel bringen! Aber wenn ein Harry Lange sagt er kommt nicht weil er keine Impfung akzeptiert, interessiert das die Griechen ebenso wenig, wie wenn bei uns ein Fahrrad geklaut wird.

 

Jetzt kommen sie wieder die Neider, die bösen Stimmen, die wo immer das große Maul haben und selbst noch 20 Jahre mehr unzufrieden in einem Unternehmen arbeiten obwohl es sie ankotzt, weil sie zu bequem zum Wechseln sind und keinen Mut dazu besitzen. Die einen sagen "bist nicht zielstrebig und ehrgeizig genug" und wieder andere stellen meine Stellung zur Sache in Frage "bist wohl doch eingeknickt, ja irgendwann kriegen sie jeden" Nein, ich stehe zu meiner Meinung und hätte ich einen Namen, würde ich mich öffentlich dafür aussprechen, dass jedem das Recht zustehen sollte selbst zu entscheiden was er/sie macht. Ich habe mir meine Entscheidung nicht leicht gemacht aber ehrlich niemand kann in die Zukunft schauen und es ist schwer zu entscheiden was jetzt richtig oder falsch ist. Ich stelle mir die Frage was die Impfung in mir auslöst und welchen Schaden ich davon trage und ob der Schaden gering genug ist ihn zu ertragen um meinen Traum weiter verfolgen zu können? Die Alternative ist den Startplatz aufzugeben, 1000€ in den Wind zu schießen und wer weiß wann oder ob überhaupt je wieder einen Startplatz zu bekommen. Derzeit erlauben die Griechen auch ungeimpft zu starten ABER dann muss man ständig einen PCR-Test vorweisen und das ist mir alleine schier unmöglich. In einem fremden Land, fast blind alleine in Athen auf der Suche nach einem Institut das mir einen PCR-Test erstellt und das jeden 2. Tag, neben der ohnehin schon stressigen Rennvorbereitung ausstellt, ist einfach nicht machbar. Dann wird das auch Geld kosten und ohne Auslandskrankenversicherung ein Problem und außerdem haben die nicht auf mich gewartet und sagen sich "Ah ja der Harry, ja der braucht ganz schnell einen PCR-Test weil der läuft ja den Spartathlon und daher ist er zu priorisieren! Der kann nicht noch 2h oder länger hier sitzen und drauf warten..." Ne Freunde, den Status habe ich nicht. 

 

Und so muss ich mich dem Zwang zur Impfung ergeben wenn ich starten will. Deshalb bleibe ich mir trotzdem treu und ich gehe niemals den Weg des geringsten Wiederstandes. Ich bin deshalb kein "Ja-Sager", ich muss mich hier nur der Situation ergeben. Naja was heißt muss, ich kann auch alles hinwerfen. Egal was ich mache, es juckt eh keinen außer mich selbst. Kinder habe ich keine, meine Freundin Christiane ist geimpft und will als Support unbedingt dort hinfliegen und reisen. Mir persönlich wäre das Reisen egal, ich kann auch 4-5 Jahre warten bis die aufgehört haben zu spinnen und es wieder normal wird. Ach noch was: Nicht dass hier wieder Leute vom "Querdenken" reden. Erstens ist Querdenken wichtig, sonst haben wir ein Meinungsmonopol und das wollen wir alle nicht. Es gibt nicht nur die eine Meinung. Zweitens behaupt ich nicht, dass es COVID19 nicht gibt. Das gibt es schon, bloß sehe ich persönlich hier keine Pandemie und für mich keine unmittelbare Gefahr. Wenn ich COVID19 bekomme, mag das schlimme bis tödliche Folgen für mich haben. Das haben aber Krebs, MS, oder andere schlimme Krankheiten auch und vor Allem kann ich mich nicht schützen. Stetig Angst haben ist auch keine Lösung. Respekt sollte man schon haben aber nicht nur vor COVID19, sondern auch vor der Natur, seinen Mitmenschen und noch vor vielem mehr. Auch ist es keine Trotzreaktion. Ich bin momentan einfach noch nicht bereit geimpft zu werden. Mag ja sein das ich in einem halben Jahr anders dazu stehe. 

 

Ich finde es einfach eine Sauerei, dass man Menschen zu etwas zwingt das sie nicht mitmachen wollen und ihnen damit ihre Freiheit grundlegend einschränkt. Traurig ist das in einer ach so toleranten Weld. Nachdem ich mir all diese Gedanken gemacht habe und das auch hier auf meiner Plattform zum Ausdruck bringen will für alle meine Fans und Leute die mir folgen und sich durch mich motiviert fühlen will ich euch sagen, dass ich mich ungern aber wohl doch für die Impfung entscheide, weil ich meinen Traum deswegen nicht einfach so kampflos aufgeben will. Ich war nah dran alles hinzuwerfen und für immer aus dem Leistungssport auszusteigen aber ich hoffe einfach, dass mein Körper die Impfung als kleine Sünde wegstecken wird und mir das verzeiht, ich gesund und fit genug bleibe, um meinen Traum und weitere Ziele verfolgen zu können. Es hat alles Grenzen und jeder muss selbst sehen in wie weit er/sie diese überschreitet. Meine Meinung und mein Handeln hier muss nicht richtig sein. Vielleicht sagt mir auch jemand er würde dann einfach nicht starten und pfeift auf die Kohle und den Einsatz, weil er hinter seiner Meinung steht. Prinzipiell stehe ich auch hinter meiner Meinung, kann aber Kompromisse eingehen. Blödes Beispiel aber auch zum Denkanstoß: Wenn jemand Krebs hat und eine Chemo haben kann aber diese einfach nicht haben will weil er den Weg nicht gehen will und sich dagegen ausspricht, kann ihm seine Familie meiner Meinung nach das nicht verübeln. Es ist sein Körper, seine Entscheidung und sein Weg. Man kann darüber reden, eine Meinung haben, evtl. überzeugt man den Betroffenen eines Besseren, er überdenkt seine Entscheidung und nimmt die Chemo nun doch an, kann alles sein. Aber bitte seit ihm nicht böse oder enttäuscht wenn er das nicht tut. Es ist sein Körper und man kann ihm beistehen und für ihn da sein. Aber den Schmerz, den Weg, das Problem nimmt man ihm nicht. Den letzten Weg gehen wir alleine. Es mag angenehm sein wenn wer am Sterbebett sitzt aber wir gehen den Weg dann doch alleine zu Ende. 

 

Denkt also genau darüber nach bevor ihr das Tun und Handeln eines Menschen in Frage stellt. Klar gibt es Dinge die man nicht tut und es gibt eben auch Verhaltensregeln und Charakter. Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen und wer weiß, vielleicht schützt mich die Impfung wirklich vor COVID19 - hatte bislang zum Glück keinen Kontakt damit. Ich kann es Euch einfach nicht sagen. Aber ich möchte unbedingt in Sparta stehen und mir dieses Ziel erarbeiten dürfen. Und ich verstehe jeden der sich anders entscheiden würde und glaubt mir, ich war kurz davor alles aufzugeben. Mein Traum überwiegt hier und die Angst vorm Impfen tritt dadurch etwas in den Hintergrund. 

 

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Startplatz für den Spartathlon 2021!

 

Es gibt nicht viel zu berichten über das Jahr 2020 und damit bin ich wohl nicht der Einzige. Dennoch möchte ich meine treuen Fans auf dem Laufenden halten und Euch mitteilen, dass ich voll in Form bin und keinesfalls untätig war. Der Startplatz beim Spartathlon 2020 war mir leider nicht vergönnt, dabei war ich so nah dran! 

 

Position 1 auf der Warteliste Ende Juli 2020 ließ die Hoffnung auf einen Startplatz schon steigen, allerdings haben die Griechen Mitte August 2020 mitgeteilt, dass es keine Nachrücker geben wird und somit war meine letzte Chance in 2020 zu starten dahin. Dennoch hielten sie am Rennstart fest. So hoffte ich auf den Start 2020, damit es im kommenden Jahr vielleicht weniger Bewerber bei den Deutschen gibt. Zwei Wochen vorm Start des Spartathlon 2020, haben die Griechen das Rennen nun offiziell abgesagt. Alle Teilnehmer können ihren Startplatz auf 2021 kostenfrei übertragen lassen, oder das Geld zurück bekommen. Das hieß zum Zeitpunkt (18.09.2020) für Sportler wie mich, dass kommendes Jahr vermutlich nur 3 freie Startplätze für den Spartathlon 2021 für das deutsche Team zu vergeben sind! Noch schlimmer: Bekomme ich 2021 den Startplatz nicht, muss ich mich neu qualifizieren um 2022 an den Start gehen zu dürfen. Nun am 01.01.2021 die hoffnungsvolle Nachricht seitens der DUV das ich als Nachrücker auf der Warteliste 2020 nun die Möglichkeit habe einen Platz für 2021 zu bekommen, weil derzeit nur 25 von 30 deutschen Startplätzen für 2021 besetzt sind. Natürlich habe ich zugesagt und somit bin ich startklar für den Spartathlon 2021!

 

Die Hoffnung, daß der Spartathlon 2021 stattfinden wird motiviert mich mein Trainingsniveau zu halten, lässt mich auf bessere Zeiten für uns alle hoffen und das harte Training ertragen!

Voll in Form ins Jahr 2021!!!

 

Auch das ist eine eisenharte Erfahrung. Es mag leicht aussehen was ich hier mache - ist es aber nicht. 2000m auf Zeit auf dem Concept2 zu rudern ist schon eine langwierige Geschichte. Wenn Sie mal 500m Sprintrennen fahren werden Sie erkennen, dass 1min30sek eine sehr lange Zeit sein können. Das Rudern ist ein wunderbarer Ganzkörper-Sport. Meine Zeiten sind dafür, dass ich kein hauptsächlicher Ruderathlet bin absolut in Ordnung. Wer das alles Fake, Spaß oder was auch immer findet, der setzte sich bitte auf einen Concept2 Ruderergometer und versuche es halt mal selbst. Dann wird er schon erfahren was Schmerzen sein können... "Wer nicht kotzt rudert nicht am Limit" und das habe ich nicht selten bei Ergowettkämpfen erlebt. 

 

Und keine Ausreden das man aufgrund der Corona-Pandemie sich nicht fit halten könnte! Sicher hat vielleicht nicht jeder den Platz und das Geld sich einen Concept2 Ruderergometer zu kaufen aber selbst ohne jegliches Equipment kann man seinen Körper auf natürliche Art und Weise fit und gesund halten. Ich helfe Ihnen/Dir gern mit Rat und Tat dabei. Fragt mich einfach! Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht in der Natur und daheim stärkt Körper und Geist, hält fit und man bleibt fokussiert. Corona nimmt mir weder meinen Lebenswillen und schon gar nicht hält es mich vom Training ab. Angst und Respekt sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Respekt habe ich, Angst aber nicht. Die Angst hemmt einen nur und bringt einen hier keinen Schritt weiter. Bleibt Euch selbst treu, benutzt Verstand und Körper, seit immer wachsam und kritisch zu Euch selbst und achtet auf Eure Umwelt und Mitmenschen. Dann überstehen wir gemeinsam die schwere Zeit und denket immer daran - es gibt Menschen denen es schlimmer geht als uns. Bleibt gesund und schaut positiv in die Zukunft denn es geht immer irgendwie weiter. 

Wenn´s mal wieder länger dauert… Mehr als nur Marathon - Faszination Ultra?

Eine Frage die man mir immer stellt, weshalb ich sie gern mal ausführlich hier auf meiner Homepage beantworten will.
Die einen sagen Spinnerei, die anderen finden es einfach nur faszinierend, was man mit seinem eigenen Körper ohne Hilfsmittel alles machen kann. Der Mensch ist als Lauftier geboren was man anhand unseres Körperaufbaus unschwer erkennt. Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler und Distanzen bis hin zu Marathon pro Tag waren normal um Nahrung zu bekommen. Die kenianischen Kinder laufen noch heute  Distanzen bis zu 30km und mehr um zum Spielen zum Nachbarn ins andere Dorf zu gelangen. Die einen spielen Fußball, die anderen laufen Marathon und wiederum andere laufen weiter. Fakt ist jedoch, dass Spinnerei alleine nicht ausreicht um ein Vorhaben wie 100km, 100 Meilen, Tagesläufe oder gar noch spektakulärere Distanzen wie den Spartathlon von 246km zu überwältigen. Dazu muss man seinen Körper und auch seinen Geist stählen und erkennen, dass der Körper nicht ohne Geist und der Geist nicht ohne Körper kann. Wenn Du einmal durch Griechenland gelaufen bist und 60km kämpfen musstest um eine Jacke zu kriegen, wohl wissend das dies nur ein Teil der Strecke ist und Du über 6h brauchen wirst um zu Deiner Jacke zu kommen…. Wenn Dir das gelingt und Du nicht aufgibst und die Schmerzen und Probleme ertragen kannst, lernst leiden ohne zu klagen, dann macht das auch mental und körperlich in Deinem, beruflich wie privat Alltag einen anderen Menschen aus Dir! 
Wo ist da der Spaß? Nun, alles was Spaß macht hat halt auch Nachteile. Teuer, oder man muss viel dafür tun oder üben. Studieren macht sicher auch nicht immer Spaß aber wenn man seinen Master hat und damit gutes Geld verdient dann hat man Spaß. Spaß will verdient werden. Klar macht die Vorbereitung und Planung eines Rennens Spaß und sich feiern zu lassen, Sieger zu sein oder den Triumpf zu genießen, wenn man es geschafft hat. Man hat, wenn an erst mal 100km oder mehr gelaufen ist etwas erreicht, was fast keiner schafft. Nicht unbedingt weil er es nicht schaffen kann, sondern auch nicht schaffen will. Und um es schaffen zu können muss man es a) wollen und b) trainieren. Nichts kriegt man im Leben geschenkt. Der eine hat mehr Talent und der andere eben weniger - das ist doch schon in der Schule immer so gewesen und wird auch immer so sein.
Ist es Sucht? Nein! Einer Sucht geht man willenlos nach und man denkt nicht drüber nach ob man sich schadet oder ob man das was man da tut gut findet oder nicht. Willst du einen Ultra schaffen, musst Du stetig an Dir arbeiten, trainieren, und eben wollen. Regnet oder schneit es, Du musst raus. Liegen andere am Sonntag im Bett und pennen, Du musst laufen. Sitzen andere in der Hitze und saufen Bier, Du musst trainieren. Und meistens musst Du Dich dazu zwingen und selbst motivieren. Es fällt leichter wenn Du weißt wofür. Willst Du 100km schaffen, wirst Du raus gehen weil Du das Ziel vor Augen hast. Mir persönlich fällt es schwer etwas Sinnloses zu tun oder zu trainieren. Wenn ich 3h im Skatepark stehe und auf immer das Gleiche Hindernis zufahre und Springe, will ich das Ziel verfolgen eines Tages dieses Hindernis zu treffen, es zu grinden, überspringen, überfahren, was auch immer. Also mache ich es gern und übe noch 3h bis ich das kann! Muss ich also am Wochenende die lange Strecke von 45km überwinden, so will ich dafür trainieren, 100km in den Griff zu bekommen und die Sicherheit bekommen, das auch zu schaffen. Eine Garantie gibt es nie.
Warum sollte ich das tun? Was? Ultra laufen? Warum spielst Du Fußball? Ist es nicht blöd 90min mit 22 Mann einem Ball hinterherzulaufen? Warum spielst Du Tennis, warum Golf? Jeder macht halt was anderes leidenschaftlich gern oder misst sich im fairen Wettkampf. Mir persönlich gibt das Ultralaufen Kraft und Geduld, Durchhaltevermögen und Demut, Respekt und nicht verschwenderischen Umgang mit wertvollen Ressourcen und zwar nicht nur auf der Strecke oder bei der Vorbereitung auf die Rennen, sondern auch im alltäglichen Leben. Denkt an die Jacke die Ihr erst in 60km bekommt und bis dahin in Shirt und kurzer Hose überwinden müsst und ihr könnt nicht erzwingen das es großartig schneller als unter 6h klappt. Warum? Na weil danach noch über 80km vor Euch liegen die ihr laufen sollt… Merkt ihr was? Habe ich ein halb leeres Glas oder noch viel zu trinken? Bin ich von 100km erst oder schon 60km gelaufen? Alles eine Frage von Ansicht. Ein anderes Beispiel: Ich mag meinen Job manchmal nicht und mag auch nicht aufstehen oder hin gehen. Fakt ist aber, wenn ich eine gute Arbeit verrichte, verdiene ich gutes Geld um davon zu leben. Wenn ich gut arbeite, kann ich mir meine Freizeit und Freuden finanzieren, mir was Schönes kaufen, essen, trinken. Wenn ich motiviert arbeite, geht der Tag schneller rum. Wenn ich morgens schon alles Kacke finde, wird sich über den Tag wenig Positives ergeben. Wenn ich Abends geschafft heim komme und den Tag bescheiden fand, starte ich am nächsten Tag neu motiviert mit dem Gedanken, heute wird es besser sein, ich werde es besser meistern und der Tag wird dadurch besser sein als der gestern Auf. Höhen und Tiefen gibt es immer. Zieht Parallelen! 
Ultralaufen heißt, mehr als aus einer Bierlaune heraus zu entscheiden da mal eben mitzulaufen. Als ich mich 2011 dazu entschied meinen ersten Marathon mit 31 zu laufen habe ich Angst davor gehabt diese Distanz überhaupt laufen zu können. Weiter als 42,2km zu denken kam mir bis dato noch gar nicht in den Sinn. Man hat mir wohl davon erzählt und ich hörte unglaubwürdig zu aber ich konnte mir das nicht vorstellen. Dennoch wollte ich es nach meinem ersten Marathon wissen wie man sich auf sowas vorbereitet und ob ich das auch kann. Wer es wirklich ernst meint, sollte meiner Meinung nach sich ein kürzeres Ultrarennen aussuchen, was aber halt dennoch ein Ultrarennen ist. Du hast deine 1-2 Marathons schon hinter Dir und schon einige Trainingskilometer hinter Dir gelassen? Du bist gut trainiert und überstehst einen Marathon unverletzt? Klar tut ein Rennen immer weh aber ich meine mit unverletzt, dass es Dir danach gut geht, nichts kaputt ist, Knieprobleme oder Ähnliches? Du kannst Dir vorstellen auch was Längeres zu versuchen? Dann kannst Du Dir z.B. den Thüringer Rennsteiglauf anschauen oder noch besser ein Rennen wie den 50km Rodgau Ultramarathon. Handelt es sich um ein Rennen was in Runden abläuft, wie z.B. beim Rodgau 50km Ultramarathon, wo man 10 Runden a 5km läuft, hat das den Vorteil einer gewissen Sicherheit. Man könnte vorzeitig aussteigen, wenn es nicht mehr geht und hätte es nicht weit zum Start. Nachteil ist aber, dass man gern Ausreden für den Ausstieg sucht. Mir ging es schon so, dass ich gern das ein oder andere Rennen hingeschmissen hätte aber mir überlegt habe was es für ein Theater währe zum Start zurück zu kommen und mir dann doch das Laufen lieber sei. Ich gehe immer mit dem Ziel an den Start, das Rennen zu Ende zu laufen. Wenn man gesundheitliche Probleme hat geht das freilich nicht und da steckt man auch nie drin. Aber prinzipiell sollte man, egal ob 50km im Kreis oder 80km von A nach B immer das Ziel erreichen wollen. So kann man sich langsam an 100km ran arbeiten und selbst erkennen wo man steht, wie es einem damit geht und ob das was für einen ist. Ich finde dabei wichtig, nichts zu übereilen. Es gibt so viele Leute, die unbedingt, kaum Erfahrung und keinen Plan, in 6 Monaten einen Marathon laufen wollen, halb tot im Ziel ankommen und als Eintagsfliege verschwinden - aber sie laufen ja Marathon. Gut ankommen muss nicht unbedingt unter 3h sein - da kommen wir ins Professionelle Niveau. Gut ankommen heißt, gesund und froh mit Blick auf eine weitere läuferische Zukunft im Ziel anzukommen und lächeln zu können wenn man es geschafft hat. Nimm Dir also die Zeit die Du brauchst - nicht Dein Kumpel, Bekannter, Freund oder wer auch immer - DIE DU BRAUCHST um sagen zu können ja, ich bin soweit! Ich ließ mir für meinen ersten Marathon knapp 2 Jahre Zeit. In der Zeit sammelte ich Rennerfahrung auf den Unterdistanzen und Halbmarathons, lernte meinen Körper einzuschätzen, bereitete Bänder und Sehnen auf die Belastung vor und übertrieb es nicht mit den Rennen an denen ich mich anmeldete. Ich meldete gezielt Rennen an und suchte mir immer ein Endziel. So ist das 2019 z.B. der große Spartathlon, wo an 246km unter 36h am Stück zu laufen hat. Als Vorbereitung darauf laufe ich neben dem Training jeden Monat ca. ein Rennen. Ich habe ein 24h Rennen, den Thüringer Ultra 100km, die 100 Meilen Berlin und den WHEW100 vor dem großen Tag im September 2019 geplant. 
Mein Tipp: Willst Du 100km laufen, sollte Dir die Marathondistanz problemlos immer gelingen und es empfiehlt sich, das ein oder andere Testrennen zu laufen, das zwischen 50 und 100km angesiedelt ist. Willst Du 100 Meilen laufen, sollte Dir bewusst sein, wie man sich nach 100km fühlt. Und willst Du weiter als das laufen, beispielsweise 246km in Sparta, dann solltest du zahlreiche Erfahrungen bei 100 Meilen Rennen und 24h Läufen gesammelt haben denn hier bewegen wir uns langsam in eine Welt, wo es weder Garantie, noch Sicherheit gibt. Wenn Du Deinen Körper über 36h dauerhaft ohne Rast und Schlaf belastest, kann Dir niemand sagen ob Du vorher abbrechen musst, Kreislauf, Darm- sonstige körperliche Beschwerden bekommen wirst und heil durchkommst. Du kannst Dich gezielt darauf vorbereiten, Dich gut ernähren, Dein Material testen und Deine Nahrung ausprobieren. Lerne was Dir während des Rennens gut tut und was nicht und teste das auf kürzeren Trainings, noch besser Testrennen. Du wirst Deinen Körper besser als ein Normalo kennen und einschätzen lernen und Du wirst lernen, wann Du was brauchst und benötigst. Gehst Du mir Herz und Hirn an die Sache ran wirst Du Deinen Spaß, Deine Erfahrungen, Geschichten, Freude und nette Begegnungen sammeln und einem schönen und doch sehr natürlichem Sport nachgehen, für den Du kaum mehr benötigst als gutes Schuhwerk, gute Socken und vor Allem gute Beine und mentale Stärke!